Kinesiologisches Taping der Ferse

Kinesiologisches Taping der Ferse

Anatomie und Funktion der Ferse

Die Ferse wird umgangssprachlich auch als Hacke bezeichnet. Sie ist die Vorwölbung des Fußes auf der Rückseite und ist an das Sprunggelenk angegliedert. Die Form der Ferse ist ein Grund dafür, dass der Mensch aufrecht gehen kann. Die Achillessehne setzt an der Ferse an. Die Ferse ist ein relativ kleiner Bereich, der einer intensiven mechanischen Belastung Stand halten muss. Sie wird beim Gehen, beziehungsweise bei jedem einzelnen Schritt, unserem gesamten Körpergewicht ausgesetzt.

Die Fersen beeinflussen wesentlich unsere Steh-, und Bewegungsfähigkeiten. Beim Gehen setzt die Ferse als erstes auf dem Boden auf und beginnt die Abrollbewegung des Fußes. Für den aufrechten Gang muss die Ferse hochgezogen werden, um anschließend die Abrollbewegung beginnen zu können. Dafür muss die Wadenmuskulatur die Ferse über die Achillessehne nach oben ziehen. Dies ermöglicht das Abrollen des Fußes bei jedem Schritt. Da die Ferse als Ansatzpunkt der Achillessehne dient, wird ihr große Bedeutung beigemessen. Ihr sind daher die Ausführung wie Stehen, Gehen oder Springen zu verdanken. Die Verbindung zur Wadenmuskulatur verleiht der Ferse diese funktionelle Bedeutung. Eine weitere Funktion, welche von der Verbindung zur Wadenmuskulatur unabhängig ist, ist der Schutz der Fußmuskulatur. Die Binde- und Fettgewebeplatte der Ferse dienen als Schutzschicht. Die Balance ist ein weiterer wichtiger Aspekt, welcher durch die Platte an der Fußsohle ermöglicht wird. Die Platte wird durch Sehnen, Muskeln und Bänder gesichert, was einen stabilisierenden Effekt für das gesamte Fußgewölbe auswirkt.

Ursachen von Fersenschmerzen

Schmerzen in den Fersen können verschiedene Ursachen haben. In der Laufdisziplin sind Sportler häufig von Schmerzen in der Ferse betroffen, die aufgrund von Überlastung entstehen. Fersenschmerzen können durch Durchblutungsstörungen, Knochenbrüche, rheumatische Erkrankungen, eine Plantarfasziitis und Fersensporn bedingt sein. Einige Faktoren, welche die Auftretenswahrscheinlichkeit von Fersenschmerzen erhöhen sind:

  • Risikosportarten (z.B. Joggen, Tennis, Fußball, Tanzen oder Basketball)
  • Verletzungen
  • Übergewicht/Adipositas
  • Langes Stehen (z.B. Arbeitnehmer in der Gastronomie oder im Einzelhandel)
  • Arbeiten oder Sport auf hartem Untergrund
  • Gering ausgebildete Fußmuskulatur
  • Fehlbeanspruchte Muskeln
  • Plantarfasziitis (Entzündung der Fußsohlensehne)
  • Überlastungsschäden an der Achillessehne
  • Fehlstellungen des Fußes (z.B. Plattfuß oder Senkfuß)
  • Falsche Schuhe (keine Möglichkeit einer Regeneration)
  • Schleimbeutelentzündungen (Bursitiden) im Bereich des Plantarfaszienansatzes
  • Nervenschädigungen am Bein oder Fuß
  • Gicht und Rheuma
  • Durchblutungsstörungen
  • Krankhafte Veränderungen der Achillessehne

Therapie/Behandlung von Fersenschmerzen

Die Behandlung hängt von der Ursache der Fersenschmerzen ab. Orthopädische Einlagen und krankengymnastische Übungen können die Symptome lindern. Die krankengymnastischen Übungen sollten allerdings über mehrere Monate kontinuierlich durchgeführt werden. Bei den meisten Patienten kann mithilfe der therapeutischen Mittel eine Schmerzfreiheit erreicht werden. In seltenen Fällen ist ein operativer Eingriff notwendig. Eine Operation ist notwendig, wenn andere Maßnahmen zur Verbesserung der Symptome nicht erfolgreich waren und weiterhin Schmerzen bestehen. Die Problematik von Übergewicht, beziehungsweise Adipositas sowie die Belastung der Füße im beruflichen Alltag, führen oft zu wiederkehrenden Fersenschmerzen. Ist der Schmerz an der Ferse nicht auszuhalten, können schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Diese können zwar die Symptome behandeln, schaffen jedoch nicht die Ursache zu bekämpfen. Kortisonspritzen, können im Bereich der Fußsohle eingesetzt werden um die Entzündungsprozesse zu hemmen und eine Schmerzlinderung herbeizuführen. Da die Behandlung mittels Injektionen nicht besonders angenehm ist, sollten diese nicht dauerhaft angewendet werden.

Besonders Sportler und Menschen, die lange Zeit stehen oder gehen sind gefährdet erneut zu erkranken. Für diese Risikogruppe ist es von hoher Relevanz, dass regelmäßige Dehnübungen erfolgen und ein optimales Schuhwerk getragen wird. Das Tragen von hohen Absetzen sollte beispielsweise vermieden werden. Vor dem Training sollten die Bänder, Sehnen und Muskeln ausreichend aufgewärmt werden. Ebenso ist es ratsam, dass gezielt Ruhe-, beziehungsweise Erholungsphasen im Sport erfolgen.

Kinesiologisches Taping bei Schmerzen der Ferse

Fersenschmerzen können mithilfe des Kinesiologischen Tapings behandelt werden. Mit dem Tapen der Ferse wird das Ziel verfolgt, die Sehnenplatte nicht zu stark zu dehnen. Mikroverletzungen am Sehnenansatz, die einen schmerzhaften Reizzustand auslösen, sollen in diesem Zuge vermieden werden. Eine Stabilisation der Ferse soll mittels des Einsatzes kinesiologischer Tapes erfolgen. Das Tapen der Ferse soll für eine Entlastung sowie für eine Korrektur der Fehlbildung und eine Schmerzreduktion sorgen. Außerdem geht damit eine Unterstützung des Heilungsprozess einher.

Die Tapes sind flexibel und lassen sich dehnen. Bewegungen im Alltag werden aufgrund der Beschaffenheit der Tapes dementsprechend nicht eingeschränkt. Kinesiologische Tapes sind wasserfest und in der Regel hautverträglich. Mit den Tapes ist schwimmen und duschen möglich. Treten Hautirritationen oder Juckreiz auf, sollte ein Arzt kontaktiert werden und die Behandlung mittels der Tapes unverzüglich unterbrochen werden.

Die Wirksamkeit des kinesiologischen Tapings ist bislang wissenschaftlich noch nicht bewiesen, weshalb sie nicht als alleinige Behandlungsmethode verwendet werden sollte. Sie sollte in Kombination mit anderen medizinischen Behandlungen erfolgen und als Ergänzungsangebot der Medizin betrachtet werden. Obwohl es Anleitungen zum „Selbst-Tapen“ gibt, sollte das Anbringen der Tapes von medizinischem Fachpersonal erfolgen, da bei einer falschen Anwendung gesundheitliche Risiken entstehen können.