Kinesiologisches Taping der Archillessehne

Kinesiologisches Taping der Achillessehne

Achillessehnenbeschwerden zeigen sich auf unterschiedliche Weise und müssen hinsichtlich ihrer Ursachen differenziert werden - sie können entweder in der Achillessehne selbst oder aber in umgebenden Strukturen liegen. Sie werden insgesamt unter dem unspezifischen Begriff „Achillodynie“ zusammengefasst. Verschiedene Faktoren bedingen die Entstehung von Beschwerden im Bereich der Ferse und Achillessehne. Je nach Stadium der Beschwerden kann das Tapen im Bereich der Achillessehne mit klassischem, nicht-elastischem Tape oder dehnbarem, kinesiologischen Tape die Behandlung sinnvoll unterstützen. Durch das Tapen wird eine Entlastung der Sehne und eine Linderung von Symptomen wie Schmerzen und Schwellungen angestrebt.

Ursachen für Schmerzen der Achillessehne

Schmerzen im Bereich der Achillessehne sind ein häufiges Problem im Sport, insbesondere im Laufsport, Tennis, Fußball oder Basketball. Gründe für die Entstehung der Beschwerden sind vor allem eine falsche Belastung und Überlastung im Training mit ungenügenden Phasen der Regeneration. Es entstehen immer wieder winzige Mikrotraumen im Gewebe mit darauf folgenden Entzündungsreaktionen. Langfristig werden hierdurch Umbauprozesse im Gewebe in Gang gesetzt – es kommt zu degenerativen Veränderungen der Sehne mit Verlust der Elastizität.

Vorschädigungen der Achillessehne begünstigen die Krankheitsentstehung in besonderem Maße. Weitere Risikofaktoren sind unter anderem anatomische Beinlängendifferenzen, eine verkürzte Muskulatur der Wade, Fußfehlstellungen und -instabilitäten bzw. Hypermobilitäten, Blockaden in benachbarten Gelenken oder auch Erkrankungen der Knie, Hüften oder der Lendenwirbelsäule. Auch Stoffwechselstörungen mit erhöhten Cholesterinwerten, Übergewicht, das Geschlecht – Männer sind häufiger betroffen als Frauen – oder die Einnahme bestimmter Antibiotika sind mögliche Ursachen. Die genaue Entstehung lässt sich in der Regel nicht durch einen Faktor erklären, da das kombinierte Auftreten mehrere Risikofaktoren entscheidend ist.

Achillodynie und Achillessehnenentzündung – Unterschiede erkennen

Medizinisch wird bei Erkrankungen der Achillessehne unterschieden zwischen der Achillodynie (auch Tendinose oder Tendopathie genannt) und einer Entzündung der Achillessehne selbst (Tendinitis). Die Achillodynie kommt weitaus häufiger vor – hierbei ist nicht die Sehne selbst, sondern das umgebenden Sehnengleitgewebe entzündet. Die Achillessehne weist in erster Linie degenerative Veränderungen und Mikroverletzungen auf. Die Achillodynie kann physiotherapeutisch durch exzentrische Dehnübungen, physikalische Maßnahmen und Stoßwellentherapie behandelt werden. Da meist keine Entzündung im eigentlichen Sinne vorliegt, sind entzündungshemmende Medikamente wirkungslos.

Die reine Achillessehnenentzündung kommt im Vergleich zur Achillodynie seltener vor. Hierbei ist die Struktur der Achillessehne nicht verändert. Die Achillessehnenentzündung wird in der Regel durch Medikamente wie kortisonfreien NSRA (nicht-steroidale Antirheumatika) behandelt und erfordert eine strikte Entlastung. Es können dabei zum Beispiel Fußbandagen eingesetzt werden. Falls mit diesen Maßnahmen keine Besserung erreicht werden kann, kommen auch kortisonhaltige Medikamente zum Einsatz.

Wichtig ist generell die frühzeitige Behandlung bei ersten Symptomen, denn aus einer anfänglichen Entzündung der Achillessehne kann sich eine Achillodynie entwickeln, deren Behandlung sich als relativ langwidrig gestalten kann.

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Anwendung

Sporttapes und kinesiologisches Tape als therapeutische Option

Tapes können die Achillessehne und das Fußgelenk stabilisieren und damit die gereizte Achillessehne entlasten. Ob auf nicht-elastische Sporttapes (wie das SL SportTape) oder die elastischen kinesiologischen Tapes (wie das SL StarTape) zurückgegriffen wird, liegt im Ermessen des behandelnden Arztes bzw. Therapeuten. Das nicht-elastische Tape wird zum Anlegen einer stabilisierenden Bandage verwendet und findet gerade im Sportbereich oft Verwendung. Bei sich anbahnenden ersten Beschwerden kann das Taping prophylaktisch wirkungsvoll sein und die Therapie unterstützen. Auch in der letzten Phase der Heilung erfüllen Tapes stabilisierende Zwecke und unterstützen die Bewegung bis zum Erreichen der vollen Belastung. Nach vorangegangenen Verletzungen kann das Tape im Sport auch vor erneuten Traumen schützen. Als alleinige Behandlungsmethode ist das Tapen aber beispielsweise bei einer vorliegenden Achillessehnenentzündung nicht ausreichend. Tapes können die Symptome der Entzündung jedoch positiv beeinflussen.

Das unelastische Tape wird entweder als Tapeverband gewickelt, sehr oft aber auch parallel in Streifen zur Achillessehne verlaufend auf die Haut geklebt. Das Tape unterstützt die Stellung des Fußgelenks, was die Achillessehne entlastet und ungewollte traumatische Bewegungen verhindert. Der Tapeverband sollte nie zu eng anliegen, da sonst Unterbrechungen der Durchblutung und Versorgung drohen.

Die hochelastischen Kinesiologie Tapes wirken weniger stabilisierend für die Achillessehne, sondern lindern mehr die Beschwerden im umliegenden Gewebe, wie dem Sehnengleitgewebe und der Wadenmuskulatur. Man kann die Achillessehnen tapen, indem man mit der Tapeanlage unter der Ferse beginnt und das kinesiologische Tape dann auf der Wade im Verlauf der Sehne bis zum Übergang am Muskelbauch des M. gastocnemius aufklebt. Zusätzlich kommt meist noch die Muskeltechnik für die Wadenmuskulatur in Frage. Kombinationen des klassischen Tapes mit kinesiologischem Tape sind ebenfalls möglich.

Welche Tapes und Anlagetechniken letztendlich in Frage kommen, entscheiden Fachärzte, wie Orthopäden oder Sportmediziner und Physiotherapeuten. Das Tape muss entsprechend korrekt geklebt werden, um positive Ergebnisse zu erzielen, denn eine falsche Anwendung von Sporttapes oder kinesiologischen Tapes kann kontraproduktiv sein und die Beschwerden durchaus verschlimmern.