• Wegen Feiertag und Brückentag haben wir am 9. und 10. Mai 2024 geschlossen. Alle eingehenden Bestellungen werden am 13. Mai bearbeitet. Danke für Ihre Geduld!

Geburtsvorbereitende Akupunktur

Akupunktur ist ein wichtiger Teil in der TCM, der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dank verschiedener Studien haben Akupunkturbehandlungen auch im westlichen Gesundheitssystem Einzug gehalten. Im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden durch eine Expertenkommission mehr als 40 Krankheitsbilder erfasst, bei denen Akupunktur erfolgreich sein kann.

Im gynäkologischen Bereich zählen dazu unter anderem:

  • Fertilitätsstörungen
  • Geburtsvorbereitung
  • Geburtseinleitung
  • Geburtserleichterung
  • Laktationsbeschwerden

Auf die Wirkung der Akupunktur setzen inzwischen bereits ein Drittel der erstmalig schwangeren Frauen in Deutschland. Aus Angst, ihrem Kind zu schaden, verzichten sie sowohl während der Schwangerschaft als auch unter der Geburt möglichst auf invasive, beziehungsweise pharmakologische Maßnahmen.
Von einer Geburtsvorbereitung mit einer alternativen Behandlungsmethode, wie zum Beispiel der Akupunktur, erhoffen sich die Frauen günstige Auswirkungen auf verschiedenste Schwangerschaftsbeschwerden, wie etwa muskuloskelettale Beeinträchtigungen, Übelkeit, Erbrechen oder Schlafstörungen. Auch zur Geburtserleichterung bietet die Akupunktur Alternativen zur Einnahme von Medikamenten. Dazu gehört zum Beispiel die Entspannung von bestimmten Körperregionen und das Schmerzmanagement durch Akupunktur.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass Übelkeit und Erbrechen, unter denen viele werdende Mütter in den ersten Monaten ihrer Schwangerschaft leiden, durch eine Akupunkturbehandlung gelindert werden können. Aber auch viele andere Beschwerden, die bis zum Geburtstermin auftreten, lassen sich positiv beeinflussen. Typische Schwangerschaftsbeschwerden, die mit Akupunktur behandelt werden können, sind Rückenschmerzen, Kopfschmerzen sowie schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck.
Auch bei Unruhe und Schlafstörungen sowie Fehllagen des Kindes zeigt die Akupunktur positive Wirkung.

Traditionell gab es Akupunkturpunkte, die in der Schwangerschaft nicht genadelt wurden. Darunter fielen

  • alle Finger- und Fußpunkte
  • Stellen im Sacral-, Lumbal- und Bauchbereich bis zur zwölften Schwangerschaftswoche
  • Akupunkturpunkte am Ohr wie OP 23 (Ovar) und OP 58 (Uterus)
  • verschiedene Körperpunkte wie Di 4, Mi 6, Bl 67

Durch viele klinische Erfahrungen kam Dr. C. Schulte-Uebbing jedoch zu der Erkenntnis:

„Es gibt keine verbotenen Punkte während einer Schwangerschaft, sondern nur verbotene Manipulationstechniken, allen voran eine stark ableitende Stimulation.“

Warum eine geburtsvorbereitende Akupunktur?

Geburtsvorbereitende Akupunktur
Geburtsvorbereitende Akupunktur

Viele Hebammen und Ärzte, die eine Zusatzausbildung in TCM (Traditioneller Chinesischer Medizin) haben, bieten geburtsvorbereitende Akupunkturbehandlungen an. Damit lassen sich nicht nur die typischen Schwangerschaftsbeschwerden lindern.

Die TCM nimmt an, dass die geburtsvorbereitende Akupunktur zu einem Ankurbeln des Flusses der Lebensenergie Qi führt. Dies soll sich positiv auf die Reifung der Geburtswege auswirken. In Folge des verbesserten Flusses der Lebensenergie verbessert sich nach der Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin der allgemeine Gesundheitszustand und auch die haltenden Yin-Kräfte werden harmonisiert.

Akupunkturbehandlungen können die die Geburt erleichtern sowie die Geburtsdauer verkürzen - bei Erstgebärenden um bis zu zwei Stunden. Dies geschieht durch eine schnellere Zervixreifung. Der Geburtstermin lässt sich damit jedoch nicht beeinflussen. Zur Geburtsvorbereitung wird - beginnend im letzten Monat der Schwangerschaft bis kurz vor den Geburtstermin - einmal pro Woche genadelt. In der Regel werden drei bis vier Sitzungen durchgeführt. Ist der Geburtstermin überschritten, sind auch noch weitere Anwendungen mit Akupunkturnadeln möglich. Die Kombination der Einstichpunkte und die Verweildauer der Nadeln können sehr unterschiedlich sein. Das hängt davon ab, welche Variante der geburtsvorbereitenden Akupunktur der Arzt oder die Hebamme wählt.

Bekannte Methoden sind:

  • Mannheimer Akupunkturschema nach Römer
  • Geburtsvorbereitende Akupunkturbehandlung nach Zeisler
  • Geburtsvorbereitende Akupunkturbehandlung nach Stux

Zu den geburtsvorbereitenden Techniken gehört auch die Lagekorrektur des Ungeborenen. Dazu wird der Akupunkturpunkt Bl 67 an der kleinen Zehe beidseits gegen Ende der Schwangerschaft mittels Moxa erwärmt. Dies löst Kontraktionen im Uterus aus, die den Fötus veranlassen können, sich mit dem Kopf ins Becken zu drehen. Zwischen der 33. und 35. SSW wird ein- bis zweimal pro Tag für ca. 15 - 20 Minuten eine Moxa-Therapie durchgeführt, z.B. mit Moxa-Sticks, rauchlos von SL. Der Abstand beträgt üblicherweise zwei Tage und wird bis zur Korrektur der Lageanomalie, längstens bis zur 36. SSW angewendet.

Wie wird die Geburt durch Akupunktur erleichtert?

Ist der errechnete Geburtstermin erreicht oder überschritten, können Arzt oder Hebamme mit Hilfe der Akupunktur die Geburt unterstützen und die Geburtsdauer verkürzen. Bei bestehender Wehenbereitschaft werden Stellen für die Akupunkturnadeln ausgewählt, die eine bequeme Lagerung und maximale Bewegungsfreiheit für die Entbindung ermöglichen. Die Wehentätigkeit wird angeregt und oft lassen sich auch Schmerzen erheblich verringern. Sogar der Dammschnitt oder die Dammnaht können unter Akupunkturanalgesie erfolgen.

In der Frühphase der Geburt wird auch Akupunktur angewendet, die eine psychisch sedierende und harmonisierende Wirkung erzeugen kann. Die Punkte befinden sich am Kopf und an den Händen, so dass sich die Schwangere ungehindert bewegen und sogar ein Entspannungsbad nehmen kann. Der schmerzlindernde und psychisch entspannende Effekt ermöglicht eine bessere Mitarbeit der Mutter bei der Geburt. Kommt es während der Entbindung zu stärker schmerzenden Wehen, werden von Arzt oder Hebamme spezifische Akupunkturpunkte abgetastet. Spürt die Schwangere einen leichten Druck, sticht der Behandler die Akupunkturnadel an dieser Stelle zügig und ohne Drehbewegung ein. Dann wird die Nadel ein wenig gedreht, bis die Schwangere Wärme, Kribbeln, Druck, Taubheit oder das Gefühl eines kleinen Stromschlages verspürt.

Jede Schwangere empfindet bei der Akupunktur unterschiedlich. Manchmal kommt es bei der Entbindung zu einem protrahierten Geburtsverlauf, das heißt bis zu 18 Stunden und länger. Die stärkende Nadeltechnik kann bei Zervixdystokie (Muttermund nicht weit genug geöffnet) ebenfalls zu Entspannung führen. Koordinationsstörungen der Wehen lassen sich durch eine Akupunkturbehandlung beheben. Akupunktur kann dazu beitragen, einer sekundären Wehenschwäche in der Austreibungsphase vorzubeugen. Bei Plazentalösungsstörungen wirkt eine Akupunkturbehandlung ebenfalls sehr schnell. Sie kann eine spontane Plazentalösung mit deutlich verminderter Lösungsblutung hervorrufen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn nicht eine starke Blutung schnelles Eingreifen erfordert.

Doch nicht nur während Schwangerschaft und Geburt sind Akupunkturbehandlungen wirksam. Auch bei unerfülltem Kinderwunsch kann Akupunktur helfen, die Fruchtbarkeit von Mann und Frau zu fördern.

Geburtsvorbereitende Akupunktur – was beachten?

Normalerweise ist die geburtsvorbereitende Akupunktur nicht mit Schmerzen, Beschwerden und Nebenwirkungen verbunden, jedoch gilt es allgemein bei geburtsvorbereitender Akupunktur folgende Punkte zu beachten:

1.)  Es wird dringend davon abgeraten eine geburtsvorbereitende Akupunktur selbst durchzuführen.

2.)  Ein zu früher Beginn der Behandlung mit Akupunktur kann ebenso das Risiko einer Frühgeburt fördern.

3.)  Der Arzt/Akupunkteur sollte die Frauen in der Schwangerschaft schon im Vorfeld über die geburtsvorbereitende Akupunktur ausreichend aufklären.

4.)  Bei Frauen mit Kreislaufproblemen sollte eine Akupunkturbehandlung besser in einer halb liegenden beziehungsweise halb sitzenden Position durchgeführt werden.

Wer zahlt die geburtsvorbereitende Akupunktur?

Bei der Kostenerstattung der Akupunkturbehandlung sollte bedacht werden, dass es sich bislang nicht um eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) handelt, da die Wirksamkeit der Akupunktur noch nicht ausreichend wissenschaftlich bestätigt werden konnte.

Private Krankenkassen (PKV) bieten komplette Zusatzversicherungen für Naturheilverfahren (inklusive Akupunkturbehandlungen) an. Bei konkreten Schwangerschaftsbeschwerden kann jedoch unter Umständen eine anteilige Kostenübernahme mit der GKV individuell ausgehandelt werden.