Ohrakupunktur bei Erkrankungen des Bewegungsapparates

Die häufigsten Leiden in Deutschland werden durch Erkrankungen, Verletzungen und Beschwerden des Bewegungsapparates verursacht. Erkrankungen des Bewegungsapparates sind oftmals Ursachen für chronische Schmerzen, Einschränkungen der körperlichen Funktionen und Reduktion der Lebensqualität. Besonders Rückenschmerzen zählen zu häufigen Symptomen aus diesem Bereich. Die Ursachen für einen erkrankten Bewegungsapparat sind vielfältig. Neben Fehlhaltungen und genetischen Vorbelastungen können auch psychische Belastungssituationen zu Beschwerden führen

Ohrakupunktur für einen gesunden Bewegungsapparat

Akupunkturbehandlung des Ohres
Akupunkturbehandlung des Ohres

Auf Grund der vielfältigen Ursachen stellt der Bewegungsapparat für Therapie und Behandlung oft eine Herausforderung dar. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird bei diesen Schmerzen häufig auf die Ohrakupunktur zurückgegriffen. Ohrakupunktur ist ein Teilgebiet der Akupunktur und wurde vom französischen Arzt Nogier in der TCM etabliert.

Sie zeigt Erfolge bei der Behandlung von Schmerzen – kann aber auch auf anderen Gebieten effektiv sein. Bei Stress und psychischem Druck wird oft auch der Bewegungsapparat in Mitleidenschaft gezogen. Ein Konflikt, der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Tod eines nahestehenden Menschen können Ursachen für Rückenbeschwerden sein. Bei schwierigen Entscheidungen kann die sprichwörtliche Last auf den Schultern Auslöser für reale Beschwerden sein. Darum ist eine Kombination von verschiedenen Akupunkturpunkten empfehlenswert, die sowohl die Psyche als auch die Physis einbeziehen. Die Stimulation der Frustrationspunkte, Sonne, Muskelentspannung, Antiagression und Shen Men sowie der Thalamuspunkt wirken positiv auf die Psyche des Patienten ein. Zudem ist auch immer der zum Organ zugehörige Akupunkturpunkt zu nadeln.

Kontraindikationen für die Behandlung mit der Ohrakupunktur sind Infektionskrankheiten und psychische Krankheiten. Hierbei ist Vorsicht geboten, da die Auswirkungen der Akupunktur am Ohr nicht gänzlich abzusehen sind. Liegt bei der Person eine Multiple Sklerose vor, darf sowohl die klassische Akupunktur als auch die Ohrakupunktur nicht durchgeführt werden. Beide Therapie-Formen können einen Schub auslösen, der eine Verschlimmerung der Krankheit mit sich bringt. Bei Rötungen, Schuppungen oder Entzündungen des Ohrs kann die Akupunktur nach dem französischen Arzt ebenfalls nicht zum Einsatz kommen. Seltene Nebenwirkungen sind ein vagovasaler Kollaps oder lokale Infektionen, die mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen vermieden werden können. Der Patient sollte während der Behandlung immer liegen. Für die Behandlung sind ausschließlich sterile Ohrakupunkturnadeln (bei uns im SL Shop wahlweise aus Stahl oder Stahl vergoldet erhältlich) zu verwenden. Um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden oder Kontraindikationen aufzuspüren, ist vor einer Behandlung eine ausführliche Diagnose durchzuführen.

Um die richtigen Punkte für Akupunktur zu ermitteln, gibt es verschiedene Methoden. Mittels Palpation der einzelnen Akupunkturpunkte werden die Ohren auf Knoten untersucht. Unter Umständen erweist sich die Berührung eines aktiven Akupunkturpunktes für die behandelte Person als schmerzhaft. Wird ein aktiver Akupunkturpunkt berührt, kann der Akupunkteur auch eine Veränderung des Pulses feststellen. Auch diese Diagnoseform hat sich bewährt. Eine moderne Form der Lokalisation der Akupunkturpunkte ist ein elektronischer Punktsucher, der piept wenn der passende Akupunkturpunkt aufgespürt wurde. Meist finden sich die Hauptinformationen zur Therapie auf der Seite des erkrankten Organs. Es wird dennoch empfohlen, beide Ohren bei der Untersuchung einzubeziehen.

Bei der Akupunktur werden Reize ausgelöst, die Blockaden im Körper lösen sollen, um den Energiefluss widerherzustellen. Akupunktur ist immer damit verbunden, dass eine Nadel an einer bestimmten Körperstelle gestochen wird. Zur Akupunktur zählt auch die Ohrakupunktur. Sie folgt dem gleichen Mechanismus, wie die klassische Akupunktur, beschränkt sich dabei aber ausschließlich auf Akupunkturpunkte am Ohr. Dieses spiegelt den kompletten Körper in Form eines auf den Kopf gedrehten Embryos wieder. Darum kann bei der klassischen Akupunktur aber auch bei der Ohrakupunktur der gesamte Körper behandelt werden. Bei der Ohrakupunktur wird der ausgelöste Reiz über Nervenleitbahnen zum Gehirn geleitet. Von da aus verläuft die Stimulation über eine Reflexlaufbahn zum behandelten Organ. Es besteht demnach eine Verbindung zwischen Ohrakupunkturpunkten, Gehirn und Organen. Zudem werden beim Einstich der Akupunkturnadel Endorphin und Morphin ausgeschüttet – dadurch werden die akuten Schmerzen schnell reduziert.

 

Behandlungsverlauf der Ohrakupunktur

Abhängig von dem Ausmaß der Symptome des Patienten werden zu Beginn einer Therapie tägliche Sitzungen empfohlen. Für 15 bis 30 Minuten werden einige Nadeln in verschiedene Akupunkturpunkte gestochen. Der Patient liegt dabei auf einer Liege, um die Entspannung zu fördern. Zeigt sich nach einigen Sitzungen eine Besserung, kann die Akupunktur in größeren Abständen erfolgen. Von einmal wöchentlich bis alle zwei Wochen unterscheiden sich die Abstände der Therapie-Sitzungen. Wenn die Schmerzen nicht mehr auftreten, ist die Therapie abgeschlossen. Es wird empfohlen, nach einiger Zeit eine präventive Akupunktur des Ohrs vorzunehmen, um ein erneutes Auftreten der Schmerzen zu vermeiden. Bei chronischen Krankheiten wie Rheuma können auch Akupunktur-Dauernadeln eine hilfreiche Therapie-Variante darstellen. Sie bleiben bis zu zehn Tage in den Akupunkturpunkten und verursachen einen Dauerreiz.

Die Akupunktur kann bei zahlreichen Indikationen zu einer Verbesserung der Beschwerden und Schmerzen beitragen. Dank der GERAC-Studie konnte vor allem die positive Wirkung der Akupunktur auf Rücken und Kniegelenke festgestellt werden. Darum ist vor allem der Bewegungsapparat ein häufiges Anwendungsgebiet in der traditionellen chinesischen Medizin aber auch in der west-europäischen Schulmedizin geworden.